Wenn die Großen reden hören die
Kleinen zu. Das ist ein Gesetz und gehört auch nicht geändert. So
war es denn auch und ich, das Kind, hörte. Zu heiß haben sie
gesagt. Zu heiß draußen weil der Sommer dort war und die Sonne war
wohl beteiligt. Zu Heiß, das kannte ich schon von nicht lange her.
Das war nicht schön, das war schlecht. Das waren rote Haut und
Schmerzen die nicht sein durften. Das war in der Badewanne, die ich
mal geliebt hatte und jetzt nicht mehr zu meinen Lieblingsorten
denken konnte. Das war zu heiß, das hatten sie mir erklärt und ich
habe genickt weil ich es verstanden hatte.
Und jetzt war zu heiß auch draußen.
Draußen kannte ich, draußen war der Sommer und draußen war überall
wo nicht drinnen ist. Draußen war einfach da wo ich nicht sein
wollte. Ich wusste es ja nicht besser. Ich wusste nur von zu heiß
und meiner Haut die weh tut.
Ich wusste nicht von den Sommern die
ich draußen erlebt und überlebt hatte. Ich hatte genug mit dem Hier
und Jetzt zu tun, einen Träumer nannten sie mich, andere Sommer
waren da zu weit weg. Sicher, ich war auch nicht mehr quietschend vor
Überraschung wenn der erste Schnee mal wieder vom Himmel kam. Den
kannte man nicht persönlich, aber er war eben auch kein Fremder
mehr, der die Welt ganz neu macht. Hier ging es ja auch nicht um die
Jahreszeiten, hier ging es um zu heiß.
Sicher fühlte ich mich in meinem Bett.
Weiter weg von draußen kannte ich nichts. Die Spielzeugkiste unter
Umständen. Zum Einen war die schon gut mit ihrem eigentlichen Inhalt
gefüllt und hatte damit nicht den erwarteten Platz um mir das
Mindestmaß an Komfort für eine dauerhafte Unterbringung zu bieten.
Zum Anderen gab es klare Regeln wann wer an seinem Platz zu sein
sollte und dazu gehörte, dass das Spielzeug in der Kiste und ich
eben in meinem Bett zu sein hatte. Schon ein Spielzeug im Bett, wurde
trotz meine Anwesenheit nicht toleriert. Damit viel ein kompletter
Tausch der Nachtlager aus dem Rahmen des Möglichen.
Natürlich kommt man im Angesicht einer
solchen Lage nicht daran vorbei sich Gedanken zu machen und ernsthaft
abzuwägen wo der eingeschlagene Weg hinführen konnte. Präzise
werden die neuen und klaren Erkenntnisse mit den gewohnten aber
kontrastlosen Erfahrungen abgewogen. Draußen und ich hatten nie das
beste Verhältnis. Schrammen, blaue Flecke und offene Knie waren
schon immer eine Begleiterscheinung die ich weniger mit drinnen in
Verbindung bringen konnte. Rennen, Spielplatz und Pfützen, gab es
hier aber genauso wenig zu beobachten und erleben. Zudem hatte ich im
Blick auf meinen aktuellen Zustand auch die eher unschöne Erfahrung
mit zu heiß unbeschadet überstanden.
Ein Genie war es nicht, was in mir
heranreifen sollte. Das war allen Beteiligten schon früh klar und so
dauerte es eine Weile, bis ich Vor- und Nachteile zur Genüge
abgewogen habe und mich aufgrund meiner guten Chancen, alles ohne
bleibende Schäden zu überstehen, für einen Versuch mit draußen
und zu heiß entschied.
Die Geschichte jetzt noch weiter ins
Detail zu treiben würde so viel Sinn nicht machen. Es sei mir
nur ein letzter Satz gestattet. Als
Kind ging in nach draußen und als Kind kam ich zurück, nur was die
Erwachsenen so von sich geben sollte gelegentlich von erfahrener
Stelle geprüft werden.