Der nächste Tag fühlte sich ein wenig
nüchterner an, brachte jedoch nicht die Zweifel, die eine Situation
wie gestern Abend hätte nach sich ziehen können. Peter fand sich
damit ab, irgendwie mit sich gesprochen zu haben, war sich aber auch
bewusst, die Antworten nur aus sich heraus geholt zu haben und nicht
mit einem anderen Ich zu kommunizieren. Es fühlte sich einfach nur
seltsam an. Wie wenn man beim masturbieren an seine Cousine denkt.
Das geht schon mal in Ordnung, wenn es nicht zur Gewohnheit wird.
Wenn es doch zu Gewohnheit wird, dann sollte man mit jemandem damit
reden, der einem sagt wie seltsam das ist und wenn man ihm erzählt
wie viel besser das doch ist, dann hat man wirklich ein Problem.
Peter hatte nicht das Gefühl etwas gut zu
finden, was sich nicht gehörte gut zu finden. Damit konnte er ganz
gut leben und sich mit einem ganz anderen Gedanken den Kopf
zerbrechen. Damit im Büro kein Chaos ausbricht waren alle dabei
ihren Sommerurlaub zu planen. Peter der noch nie einen Sommerurlaub
hatte, seit er 14 war, fühlte sich davon leicht überfordert.
Sommerurlaub war für ihn damals, eine
zweiwöchige Unterbrechung der Sommerferien, die durch eine
gleichermaßen unnötigen wie unangenehme Reise gekennzeichnet war.
Er kam ganz gut damit klar, sich vor dem Fernseher ein Lager zu
errichten, das er nur zum Schlafen, Essen und den Gang zur Toilette
verließ. Seine Eltern waren jedoch der Meinung ihm die
langweiligsten Plätze der Welt zu zeigen und ihn dabei in die
peinlichsten Kleidungstücke der Welt zu zwingen. Da stand er dann
immer in Shorts die viel zu viele Farben hatten, vor Gebäuden die
viel zu viel Geschichte hatten und fragte sich warum seine Eltern ihn
nicht leiden konnten. Je älter er wurde, desto klarer wurde ihm,
dass er auf Lang oder kurz nichts mehr mit ihnen zu tun haben wollte,
doch so sehr wie in diesen Sommerurlauben wollte er das selten.
Jetzt, wo das alles hinter ihm lag, sollte er
selber einen dieser Sommerurlaube planen und das mit der Couch wollte
irgendwie gar nicht in Frage kommen. So sehr er sich das auch
wünschen wollte, er hatte einfach keine Lust auf nichts tun und
überlegte ob er nicht mit Paul die Stadt oder die Umgebung erkunden
wollte. Natürlich ohne ihn schlimme Klamotten aufzudrängen oder ihn
mit regionaler Geschichte zu langweilen. Er wollte spannende zwei
Wochen haben, die irgendwie auch Abenteuer sein sollten. Eine
Wandertour kam ihm in den Sinn und wurde auch gleich wieder da raus
geholt. Er wollte Paul erst mal fragen, ob ihm das überhaupt passen
würde. Fremde Zeit zu verplanen war ein Schritt in die falsche
Richtung. Es war ein Schritt in Richtung seiner Eltern und diesen Weg
wollte er nun wirklich nicht gehen.
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