Montag, 5. Oktober 2015

Vom Nichtschreiben

Weil es eben ist wie es sein sollte aber auch nicht muss sitze ich vor einem mittelgroßen Nichts und versuche daraus einen Text zu machen der einen Nobel Preis bekommt oder auch verfilmt wird, je nach dem. Hat ja beides nichts mehr zu heißen.
Ich schreibe also, fast. Ich überlege was ich schreiben könnte und bevor ich mit meinen Worten ins Detail gehe kann es ja nichts schaden ein Thema zu finden. Tapete, Sessel, Couch, Fernseher. Das taugt alles nichts und ich muss aufhören in meinem Wohnzimmer nach Inspiration zu suchen. Spotify, taugt schon mehr ist aber so jetzt nicht gemeint. Ich sorge erst mal für Hintergrundmusik quasi der Soundtrack zum Text der noch nicht da ist. Gab es auch noch nicht so oft. Erst die Musik dann der Rest. Hier Steven Spielberg ist ein schöne Musik, mach da mal einen Film zu. Der macht dann seinen MP3 Player an, hört das und schon ist das Drehbuch zu Indiana Jones fertig. Ganz toll der Mann und das verdient schon Respekt. Hätte er mal den vierten Teil nicht gemacht. Aber egal, das geht mich nichts an, ich muss hier meinen Text schreiben.
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche. Ist ein schönes Anfang. Ne das merken die denke ich weiter. Da gibt’s nur Ärger mit der Kulturkritik und mit denen ist ja nicht zu spaßen. Da ist man schnell unten durch im Feuilleton. Da heißt es dann, der Küttner macht jetzt so Goetheeskess Zeug, der geht auch bald zum Theater. Der will sich ganz groß inszenieren. Ich überlege kurz ob das geht wenn man den Faust mit Lebensgroßen Gummibärchen macht und Thomas Gottschalk alle Stimmen spricht und zum Schluss von einem Mob wütender Hausfrauen verdroschen wird. Warum eigentlich nicht. Jetzt hab ich gute Laune und schaue auf mein leeres Blatt Papier. Ich komme langsam dahinter warum man eine weiße Flagge genommen hat, wenn man kapitulieren wollte. Damit wollte man einfach sagen: „Wie haben jetzt auch keine Idee mehr und wir wollen nach Hause“ so oder so ähnlich muss das gewesen. Eine Geschichtsprofessur würde mir auch gut stehen. Prof der Geschichtologie das muss man erst mal auf einem Klingelschild unterbringen. Da grüßen dann immer alle. Guten Morgen Herr Professor, darf ich ihnen ihren Morgenmantel bringen. Ich mag das jetzt schon und werde mich daran machen, wenn ich den Text hier fertig habe.
Spotify, ist immer noch nicht das Thema, aber ich muss mich mal kümmern. Die zeigen mir immer Entdeckungen die mir gefallen könnten. Da gibt’s dann die die mir einfach hingeworfen werden. Das sind dann meistens so Indie Künstler die traurig klingen und alle gleich. Dann gibt’s noch die Künstler bei denen Spotify einen Versuch startet zu erklären was das soll. Weil ich die Band von Brücken gehört habe, soll mir wohl auch Mathias Schweighöfer gefallen. Finde ich sehr gewagt diese These. Ob es denn stimmt, werden wir wohl nie erfahren.
Jetzt geht’s erst mal weiter im Text und damit zum Anfang nur noch einen Schritt zurück. Über was kann man schreiben wenn man … . Da hört der Gedanke schon wieder auf und ich überlege mal wieder Staub zu wischen. Meine Darth Vader Maske hat schon eine dicke Schicht von diesem nutzlosen Zeug und ich denke an Höhlenmenschen. Haben die gewusst, dass ihr Fußboden aus Dreck war. Haben die den Flur gekehrt oder war denen das egal. Und wann hat das überhaupt angefangen mit dem Putzen. Wer war der erste der gesagt hat, mach mal die Füße hoch ich will sauber machen. Und was haben die anderen gesagt. Wie viele Jahre oder gar Jahrhunderte hat es gedauert bis man den Typen mit dem Besen ernst genommen hat. Ich werde ein guter Geschichtsprofessor werden. Ich werde mir ein Tweetsakko kaufen, mit Lederflicken an den Ärmeln und graue Haare mach ich mir dann auch und streng werde ich sein. Streng aber gerecht.
Spotify denke ich und mache das mal aus. Bei dem Krach kann ja keiner was zu Papier bringen. Da muss man ja verrückt werden. Die hatten das damals noch gut. Goethe, Shakespeare und Platon. Die mussten sich nicht mit dem Internet rumplagen, das gab es damals gar nicht oder hieß noch anders. Post oder Bibliothek oder so ähnlich. Da hat man dann ganz anders gegoogelt. „Hier Bursche, gehe er los und bringe mir Informationen über Brot.“ Hat man einem fremden Kind aus dem Fenster zugerufen und der ist dann los zur nächsten Bücherei und hat alles über Brot auf einen Karren gepackt und ist damit dann zurück gekommen. Wenn der Bäcker das dann mitbekommen hat, hat er noch ein paar Flyer von sich zwischen die Bücher gepackt. Die hat man dann immer wieder gefunden und sich darüber geärgert. Auf dem Land war das alles noch ein wenig langsamer, aber das ist ja bis heute so.
Spotify, das musste jetzt mal gesagt werden. Ist aber auch egal ich mache mir Gurkensalat und lass das mit dem Schreiben erst mal bleiben. Ich muss mich jetzt auf meine Professorprüfung konzentrieren, die will ich schließlich mündlich machen.

Da bin ich im Dunkeln.


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